Hypnobirthing / Stillberatung / Doula 

sei die Königin deiner Geburt 

Jede Mama ist einzigartig und das Mamasein hat viele Facetten- hier seht ihr einige Geschichten von Mamas. 


#4- Sandra / Drillinge bis zur Geburt

Sandra und ihr Mann erzählen hier ihre Geschichte über ihre Geburt ihrer Drillinge.                                  Die Gefühle und Instinkte wurden vollkommen außer Acht gelassen!                                                  ACHTUNG: SCHWANGERE BITTE NICHT LESEN 

Sandra und ihre Familie findest du hier.


Am 4.8.2016 befand ich mich zur Eingangsuntersuchung in der Klinik , da ich schwanger war bei 30+2 mit Drillingen und eh einen verkürzten Gebärmutterhals hatte seit 21+6 und dort 22+0 eine Cerclage bekam und später noch ein Arabin Pessar, man wollte kein Risiko eingehen, was auch volkommen richtig war...

Bei vaginaler Untersuchung ob das Pessar noch richtig sitzt, platzte die Fruchtblase meiner Tochter. Ich wurde aufgeklärt wann auf die Lungenreifespritze verzichtet wird und die Kinder direkt geholt würden: Wehen oder aufsteigende Infektion. Aber da musste sich der Oberarzt mit Prof. S kurzschliessen, da ich angeblich Chefsache war.
Ich wurde hoch zum Kreißsaal geschickt, wo ich einen Zugang bekam, Abstrich wegen Krankenhauskeime gemacht wurde ( im Juni lag ich auf der Gyn 3 Wochen wegen Cerclage) und Ctg geschrieben wurde. Ich hatte Wehen, die das Ctg erfasste , bekam Magnesium intravenös von 25ml/Stunde wurde direkt auf 45ml/Stunde erhöht und ich bekam Antibiose , Blut wurde abgenommen und die erste Lungenreife wurde mir gespritzt.
Ein Bett kam und ich wurde auf Station geschoben.
Abends wurde nochmal ein Ctg geschrieben ohne besondere Vorkomnisse.
Dann wurde ich nochmal abgeholt zur Blutabnahme sollte bis zur Auswertung des Entzündungswert noch keine Clexane spritzen, damit geholt werden muss, kein Risiko eingegangen wird. Crp war aber stabil unter Antibiose, kein Handlungsbedarf.
5.8. mit dem Prof wurde der Kaiserschnitt für den 7.8. festgelegt damit 3 Teams für die Kinder da sind , erneute Lungenreife erfolgte ab dem Abend schlief mein Mann bei mir mit im Zimmer.

Morgens wieder Wehen, die das Ctg nicht erfasst hat. Zitat Hebamme: Das ist gut so, sie sollen ja merken, dass sie schwanger sind und die Kinder haben dann später weniger Anpassungsstörungen.
So weit so gut. Da musste ich dann also durch...
Nachmittag früher Abend wurden die Schmerzen so stark, dass ich den Stationsschwestern Bescheid gesagt habe. Somit kam ich wieder in den Kreißsaal Ctg. Sie haben keine Wehen wurde mir gesagt. Das Ctg zeichnete keine Wehen auf , dabei kamen sie vom Rücken und zogen in den Unterbauch wo meine Tochter vorm Muttermund in Beckenendlage lag und dort kräftig vor langte. Es hat sich mitunter so angefühlt ob sie mit ihrem Fuss schon durch meine Scheide langte. So erzählte ich es der Hebamme und kam dann zum Doktor zur Untersuchung... Dr. M Assistenzarzt der Ultraschall machte, nach dem Pessar tastete , und wieder ein Schwall Fruchtwasser. Es wären keine Muttermundswirksamen Wehen sagte er. Ich bin fast verrückt geworden vor Schmerzen, konnte kaum zum Untersuchungsstuhl laufen, wenn das also keine Wehen waren, wie sollten sich dann richtige Wehen anfühlen??
Unvorstellbar Frauen,die erzählen wie schön ihre Geburt war. War ich wirklich so schmerzempfindlich? fragte ich mich.
Dieser Assistenzarzt ordnete mir Paracetamol intravenös an und Diazepam an damit ich die Nacht noch schlafen kann, da die Kinder ja bald geholt würden.
Das Paracetamol wirkte nur kurz das Diazepam gar nicht , ich weinte vor Schmerzen war verzweifelt.
6.8. Das Drama ging weiter morgens beim Ctg wieder keine Wehen aufgezeichnet, jedoch ging mein Puls jedes Mal von 96 auf 130. Meine Tochter hatte eine Herzfrequenz von 160-190. Die Jungs waren etwas ruhiger.
Abends bzw später Nachmittag wieder keine Wehen beim Ctg. Meine Tochter durchgängige Herzfrequenz von 170..
Abends wurde es so schlimm, dass ich Schüttelfrost, Atemnot und grünen Ausfluß bekam.
Mein Mann rief die Schwester, weil zum klingeln hatte ich keine Kraft mehr. Sie kam sah mich , zog mich hoch damit ich etwas Luft bekam und rief direkt im Kreißsaal an , deklarierte mich als handlungsbedürftigen Notfall. Das war um 21.11. um 21:15 war ich im Kreißsaal, der Transportdienst und mein Mann sind mit meinem Bett gerannt.
Dann haben wir eine gefühlte Ewigkeit gewartet, mir gings immer schlimmer. Mein Mann ging jedes Mal raus um Bescheid zu sagen. Er wurde vertröstet mit kommt gleich jemand. Ich sagte nur zu ihm bitte hilf mir Ohrringe und Piercings rauszumachen falls ich reanimiert werden muss.

21.45 Die diensthabende Assistenzärztin kam gut gelaunt mit der Hebamme rein. Dann wollen wir mal schauen geben wir Ihnen heute nochmal Diazepam morgen ist ja der Kaiserschnitt. Die Hebamme zu mir beim Anschliessen des Magnesiumtropfs : atmen sie richtig ihre kinder brauchen den Sauerstoff. Ich hatte Atemnot. Dann wurde mir das Ctg angelegt, meine Tochter Herzfrequenz 230, mein Sohn schräg drüber 190, mein Sohn links fanden sie nicht. Wurde Fieber gemessen im Ohr 40,4 und vaginale Untersuchung , wo das ganze grüne Zeug rauslief... Dann endlich eine Oberärztin mit mobilen Ultraschallgerät, kurz draufgehalten : Notsectio!

Ich weinte und entschuldigte mich bei meinem Mann, dass er nicht bei der Geburt dabei sein kann...
Dann im OP bekam ich eine Maske auf , sollte versuchen ruhig durchzuatmen, bekam was gespritzt , weg war ich.
Ich wachte auf eine Dame mit ziemlich bunten Haaren grinste mich an ich sah auf die Uhr die dort hing, sah auf meine Arme und die ganzen Geräte um mich herum. Es war kurz vor Zwölf...
Was ist mit meinen Kindern???
Das kann Ihnen besser ein Arzt sagen.

Dann kam mein Mann mit der Oberärztin, meine Tochter hat es leider nicht geschafft....

Die Jungs waren auf Kinderintensiv , normal bei Frühchen, doch dass mein 2.geborener auch reanimiert wurde, erfuhr ich durch Zufall.

Nun war ich auf Intensiv schwere Sepsis , Schmerzen ohne Ende , Tochter tot , Jungs auf Intensiv. Mein Mann frug mich : Möchtest du Noreia sehen? Sonst bringen sie sie in die Kühlkammer. Und er zeigte mir Bilder der Jungs, Leif intubiert, Noah mit Maske.
Natürlich wollte ich. Und wieder war ich allein , allein mit meinen Gedanken. Die Intensivschwester wusch mich und bezog das blutige Bett neu ich musste mich von links nach rechts drehen usw, diese Schmerzen werde ich nie vergessenund heute weiß ich woher sie kamen, ich wurde komplett von links nach rechts aufgeschnitten...

Mein Mann kam mit Noreia und einer Schwester der Kinderintensiv. Ich wollte Fotos von ihr und uns , man vergisst doch so schnell, sie war so wunderschön, sie war warm und hatte eine rosige Hautrfarbe , als würde sie nur schlafen. Aber sie schlief nicht.

Die Schwester von der Kinderintensiv musste wieder hoch, wir waren allein mit unserem kleinen Engel, meine Hexe, die ich doch genauso ärgern wollte, wie sie mich in der Schwangerschaft geärgert hatte. Da erzählte mir mein Mann, dass er gefragt wurde zwecks Obduktion wegen der Todesursache und ob wir eine Sammelbestattung wollen.
Zum Glück sagte er alleine kann ich das nicht entscheiden.
Er brachte später unser totes Mädchen zurück zur Kinderintensiv, lief mit ihr quer durch die Klinik, wie er das geschafft hat ohne Zusammenzubrechen ist mir bis heute ein Rätsel...
Die Hebamme kam um nach meinem Wochenfluss zu sehen.Mit den Worten herzlichen Glückwunsch und herzliches Beileid, man weiß nicht warum Gott sowas tut , ihre Tochter hatte auch eine Fehlgeburt, das ist das schlimmste was einer Mama passieren kann..
Am liebsten hätte ich sie aus dem Raum getreten doch ich hatte nicht mal Kraft mich verbal entgegen zu setzen meine Temperatur war laut Computer noch bei 39,3.
( Ich selbst habe vor den Drillingen schon 5 Kinder verloren.)
Später kam dann noch eine andere Hebamme zu mir , die mich frug zwecks stillen, wenn ja müsste ich JETZT mit dem Pumpen anfangen und besorgte mir eine Milchpumpe. Also pumpte ich ab mit wer weiß wieviele Zugänge in den Armen.
Irgendwann zwischendrin kam der Narkosearzt zu mir und sagte zu mir : sie haben uns aber einen Schrecken eingejagt , war gar nicht so einfach sie stabil zu bekommen.
Irgendwann dann kam Prof. S mit diversen Ärzten zu mir und sprachen mich zwecks Obduktion und Sammelbestattung an . Ich sagte, dass ich mir das durch den Kopf gehen lassen würde.

Irgendwann nachmittags kam ich dann von Intensiv auf Entbindungsstation mit Zwischenstop bei meinen Kindern. Das sollen meine sein??

Der Prof kam noch einmal zu uns mein Mann wich mir nicht von der Seite meine Eltern ließen mich auch nicht mehr alleine dort. Er würde gerne den Sachverhalt aufklären kann sich aber auch nicht die 30 Minuten erklären. Er legte uns eine externe Gutachterkommision ans Herz und wollte mir meine Patientenakte dafür in Kopie geben. Die Nacht war der Horror ich war klatschnass, fieberte konnte mich nicht aufrichten, mit 2 Schwestern wurde mir geholfen , ich gewaschen Bett neu bezogen.
Und dann wurde mir aufgrund der Infektion ein Zimmer zugeteilt mit eigenem Bad damit der Weg nicht so weit ist am nächsten Tag , der Blasenkatheter wurde gezogen, ich stand zum ersten mal mit Hilfe meiner Mutter auf, wollte auf die Toilette als die Oberärztin in der Tür stand, mich stützte und mich lobte, dass ich schon aufgestanden bin nach der schwere der Sepsis...
Später kam die Assistenzärztin, die uns 30 Minuten hat warten lassen im Kreißsaal, ob ich ein paar Schritte laufen könnte.
Ja natürlich , ich gehe ja auch auf Toilette.
Ich musste quer über die Station laufen, sie lief vor meine Mutter stützte mich, mein Kreißlauf im Keller, aber grad dieser Ärztin wollte ich meine Schwäche nicht zeigen!!! Ich wurde unsanft untersucht.

Später sollte ich Thrombosestrümpfe anziehen, die mehr klemmten und runterrutschten . Der Prof kam warum haben sie keine Strümpfe an? Passen nicht. Gut dann müssen wir wickeln. Muss das sein? Ja weil sie ja nicht laufen. Doch klar auf Toilette und vorhin wurde ich untersucht und musste über die Station, aber zur Kinderintensiv schaff ich es noch nicht zu laufen.
So weit sollen sie überhaupt nicht laufen. Hat mir keiner gesagt.
Ich fragte ihn ob ich reanimiert wurde . Er wurde blass meinte nein, ihr Leben war zu keiner Zeit in Gefahr. An dem Tag bekam ich meine Patientenakte,die aber noch nicht vollständig war.
Irgendwann war meine komplette linke Seite angeschwollen. Sämtliche Zugänge hatten sich entzündet, bekam an einem Tag 3 neue Zugänge. Mir tat alles weh. Wieder kam ein Assistenzarzt Dr. M, der mir einen erneuten Zugang stechen wollte, wohin sagte ich es ist alles zugeschwollen an meinen Füssen, die voller Wasser sind? Warum die Antibiose nicht Oral? Muss ich abklären ob das geht.

Am nächsten Tag kam der Prof. und meinte er müsse mit mir schimpfen. Wenn ich die Antibiose verweigern würde, wäre ich in Lebensgefahr...
Ich habe mit keinem Wort die Antibiose verweigert, ich hab nur meine ganzen entzündeten Zugänge gezeigt, meine dick geschwollene linke Seite.
Ja gut dann bekommen sie einen zentralen Venenkatheter, der Narkosearzt kommt dann gleich. Es war mittlerweile Nachmittag ich hatte seit dem Tag davor nachmittags schon kein Antibiotikum mehr bekommen es ging mir wieder schlechter. Ich wollte zu meinen Kindern auf Intensiv. Mein Vater machte Druck und kurz später wurde ich abgeholt damit mir der ZVK gelegt wird.

Somit konnte ich nicht Samstag entlassen werden da ich noch Antibiose zu bekommen hatte.
Irgendwann zu dieser Zeit unterhielt ich mich mit meinem Mann über die Beerdigung , wir hatten der Obduktion zugestimmt wollten aber selbst bestatten lassen.

Ich mailte einem Bestattungsunternehmen in meinem Heimatort Voerde. Und telefonierte mit ihm , erklärte die Sachlage und er wies mich drauf hin, dass Anzeige erstattet werden sollte, warum das Krankenhaus es nicht getan habe. Mein Mann und ich wollten warten bis ich entlassen würde, wir hatten immer noch Angst um mein Leben, dass die Ärzte mir schaden wollen, diese Assistenzärztin war mir nämlich nicht wohlgesonnen, bei grosser Visite verliess sie als letztes das Zimmer grinste mich an und winkte:Tschüssi.

Mein Vater kam mir zuvor und erstattete Anzeige.
Am 14.8. wurde ich dann entlassen Nachuntersuchung machte eine Ärztin, die ich noch gar nicht kannte . Ich wurde mit einem HB-wert von 7,6 entlassen und zum Glück mit meiner Patientenakte bis zum 11.8. . Am 15.8. fing dann meine Kaiserschnittnarbe wieder an zu bluten, weshalb ich lange in Behandlung war meine Blutwerte normalisieren sich jetzt erst langsam , ich habe zum Glück einen guten Hausarzt der gut auf mich achtet.

Wir erheben die Nebenklage und haben einen Jura Professor der Uni Hamburg
Auch Medizinrechtlich sind wir aktiv geworden. / Nachtrag: die Klage wurde leider abgewiesen !

Die Geburt unserer Drillinge - aus Sicht des Vaters

Donnerstag 04.08.2016
Termin 08:30 Uhr, Oberarzt Dr. S
Ultraschalluntersuchung:
Den Kindern geht es gut.
Vaginaluntersuchung: dabei Fruchtblase geplatzt
Dr. S hat zugesichert, dass, wenn Wehen kämen oder die Entzündungswerte steigen, die Kinder sofort geholt werden und dann keine weitere Lungenreife notwendig wäre, da meine Frau diese schon einmal in der 23. Schwangerschaftswoche erhalten hatte, beim 3 wöchigen Aufenthalt in der Klinik, da sie eine Cerclage bekam. Aber er müsse das erst mit Prof. S abklären, da sie Chefsache war.
(Wir waren glücklich, dass es jetzt endlich los geht und nicht wieder ein wochenlanger Aufenthalt notwendig ist.)
Stationäre Aufnahme erst zur Aufnahme.
Hoch zum Kreißsaal, sofortiges CTG: Wehen sind da.
Medikamente: Magnesium erst 25ml/Std, dann direkt 45ml/Std intravenös + Antibiotikum intravenös.
1. Lungenreife gespritzt
Bett kam, Einzelzimmer bezogen.
Abends nochmal überraschenderweise abgeholt worden in den Kreißsaal.
Es wurde nochmal Blut abgenommen, um nach den Entzündungswerten zu sehen, bis dahin sollte meine Frau kein Heparin spritzen, falls die Kinder sofort geholt werden müssten.
Entzündungswerte waren aber stabil, keine weiteren Vorkommnisse.
Freitag 05.08.2016
Visite mit Pof. S, Überlegung, wann der Kaiserschnitt am besten zeitlich passt, da sie für die Drillinge 3 Teams brauchten. Entweder Samstag oder Sonntag.
Kurze Zeit später kam Prof. S und teilte den Sonntag als OP-Tag mit.
Als ich meiner Frau Frühstück holte, hörte ich ihn auf dem Flur telefonieren und dass der Termin für 10.00 Uhr festgemacht wurde. Kurze Zeit später 2. Lungenreifespritze und Assistenzärztin kam mit OP Aufklärungsbogen.
Ich bekam mein bestelltes Bett, um die ganze Zeit bei meiner Frau sein zu können.
Ab ca. 14.00 Uhr klagte meine Frau über Unterbauchschmerzen und bekam Ibuprofen 400.
Das CTG zeichnete keine Wehen auf.
Ab frühen Abend nahmen die Schmerzen so massiv zu, dass nochmal ein CTG im Kreißsaal geschrieben wurde, wieder keine Wehen. Meine Frau schilderte der Hebamme die Art der Schmerzen: intervallmäßige krampfartige Unterbauchschmerzen, ein Gefühl, als ob Noreias Fuß schon im Geburtskanal steckt. Diese Schmerzen kamen vom Rücken und zogen in den Bauch.
Daraufhin wurde ihr Bett zum Untersuchungsraum gefahren, wo der Assistenzarzt Dr. M sie auf den Gyn-Stuhl bat. Sie konnte kaum aufrecht Stehen, geschweige denn richtig Laufen.
Dort wurde vaginaler Ultraschall gemacht, die Gebärmutterhalslänge konnte er aber nicht ausmessen, da das Pessar den Blick versperrte. Also tastete er und sagte, dass das keine muttermundwirksamen Wehen sind, der Muttermund wäre noch zu. Bei der Untersuchung kam schwallartig Fruchtwasser, so dass der Arzt wischen musste.
Sie schilderte ihre Schmerzen erneut, worauf er fachsimpelte, Wehenhemmer zu geben, ja oder nein und sich entschied, sie dürfe 3 x täglich Paracetamol intravenös bekommen und ordnete Diazepam intravenös an, damit, wie er sagte, sie mal eine Nacht schlafen könnte.
Beim Rausgehen sagte er noch, wenn es schlimmer würde, würde er sie in der Nacht operieren und die Kinder holen.
Ihr erster Satz: „Der Weiberheld wird mich nicht aufschlitzen!“
Die Nacht war durchwachsen, die Schmerzen kamen und gingen bei ihr, das Paracetamol wirkte nur kurz und das Diazepam gar nicht.
Samstag 06.08.2016
Am nächsten Morgen fragte dieser Arzt sie, wie sie geschlafen habe und sie antwortete gar nicht.
Ihre Schmerzen wurden nicht besser, aber das CTG erfasste immer noch keine Wehen, sie war mit den Nerven am Ende und sagte sich morgen, morgen ist alles vorbei.
Dann ging es rapide bergab.
Die Schmerzen wurden noch schlimmer. Sie sagte mir, sie habe grünen Ausfluss. Hechelnd bat sie mich, die Schwester zu rufen, um 21.00 Uhr.
Natürlich machte ich das sofort und sagte, dass ihre Schmerzen noch schlimmer geworden waren, erzählte vom grünen Ausfluss. Die Schwester holte den Paracetamoltropf und kam sofort, aber als sie meine Frau sah, wich ihr alles aus dem Gesicht, lagerte sie hoch und rief im Kreißsaal an.
Notfall Atemnot, grüner Ausfluss, Patientin glüht.
Ich rief meine Schwiegermutter an, es geht los. Sandra geht es schlecht. Ich denke, sie werden die Kinder holen, zu dem Zeitpunkt saß sie in der Badewanne.
Dann rief die Schwester den Transportdienst, der um 21.11 Uhr, mit meiner Hilfe, mit meiner Frau im Bett gerannt ist, um 21.15 Uhr waren wir im Kreißsaal. 21.17 Uhr rief ich meine Schwiegermutter erneut an, um ihr mitzuteilen, dass wir im Kreißsaal sind. Dort passierte eine Zeit lang erst einmal gar nichts. Ich tigerte herum, raus rein raus rein. Immer wieder die Aussage vom Tresen „Es kommt gleich einer“, das war die Hebamme, die Feierabend hatte, munteres Geplauder war zu hören.
Wir warteten eine Ewigkeit, Sandra bekam kaum Luft und bat mich ihr zu helfen, Ohrringe und Piercings zu entfernen, falls sie operiert würde und reanimiert werden würde.
21.45 Uhr
Die Assistenzärztin kam gut gelaunt mit der Hebamme rein. „So, was haben wir denn hier? Dann geben wir heute Nacht nochmal Diazepam, morgen ist ja der Kaiserschnitt.“ sagte die Ärztin.
Die Hebamme schloss das Magnesium wieder an, guckte meine Frau an und sagte: „Atmen sie richtig, ihre Kinder brauchen Sauerstoff.“
Dann legten sie in aller Ruhe das CTG an. Noreias Herzfrequenz von 230, Leif 190, Noah nicht auffindbar. Dann untersuchte sie meine Frau vaginal, da wich ihr die Farbe aus dem Gesicht und sah die Hebamme an. Fieber wurde im Ohr gemessen: 40,4 Grad.
Die Assistenzärztin verließ den Raum und kam mit der Oberärztin wieder, die ein mobiles Ultraschallgerät mitbrachte und nachdem es am Strom angeschlossen war, wurde einmal ganz kurz geschallt, der Narkosearzt kam, fragte nach Allergien. Meine Frau kam direkt in den OP. An der Pforte entschuldigte sie sich, dass ich nicht bei der Geburt dabei sein konnte.
Kurz nachdem meine Frau im OP war, kam ihre Mutter an, ich erzählte ihr, was vorgefallen ist und dass Sandra im OP war. Wir standen direkt zwischen Kreißsaal und OP.
Von allen Seiten kamen Menschen angerannt, mit Besteck, Schläuchen, Material.
Um ca. 22.05 Uhr kam Dr. B, Leiter Kinderintensiv, in Zivil, sehr flott.
Und wir warteten und sahen dem hektischen Treiben zu.
Um ca. 22.20 Uhr kam die Hebamme raus und ich fragte, wie geht es meiner Frau und den Kindern?
Sie antwortete, es werden alle 3 Kinder beatmet.
Ca. 22.25 / 22.30 Uhr kam Dr. B aus dem OP und lief an mir vorbei und fragte, wo denn der Vater ist.
Daraufhin rief ich „Hier“.
Er teilte mir unter Tränen mit, sichtlich ergriffen, dass unsere Tochter verstorben war, und dass sie ca. 25 Minuten versucht wurde, zu reanimieren, um sie wieder ins Leben zu holen. Er habe alles versucht, als er die Kleine übernahm. Im Beisein von Schwiegermutter und Schwiegervater, der zwischenzeitlich eingetroffen war, sagte er, es wäre so unnötig gewesen, in dieser Schwangerschaftswoche stirbt kein Kind mehr und bot sich für weitere Gespräche an.
Er erzählte weiterhin, dass beide Jungs stabil seien, und dass sie für den Transport zur Kinderintensiv vorbereitet werden und ich sie später sehen darf. Wenn ich was zur Beruhigung bräuchte, könnte ich das bekommen, bot er mir an und ging.
Ein paar Minuten später kam der Narkosearzt zügig raus „Wir kriegen ihre Frau nicht stabil" und ob sie bei anderen OPs schon mal solche Probleme hatte? Er sah irgendwie hilflos, ratlos aus.
Ich antwortete ihm, bis auf eine Spastik 2014 nach einer Schulter-OP war mir nichts bekannt.
Dann ging er wieder rein.
Einige Minuten später kam ein Intensivpfleger raus und sagte, dass meine Frau gleich auf die Intensivstation käme. Kurze Zeit später wurde meine Frau aus dem OP geschoben, benommen, mit Atemmaske auf Mund und Nase und mir wurde gesagt, dass ich in etwa 30 Minuten zu ihr könnte, da sie erst angeschlossen werden müsste.
Dann kam Frau Dr. R zu mir (diensthabende Oberärztin) und bot mir an, die Todesnachricht mit ihr zusammen meiner Frau mitzuteilen, wenn sie soweit ansprechbar wäre.
Das müsste so ca. 23.15 Uhr gewesen sein.
Meine Schwiegereltern und ich warteten im Vorraum der Intensivstation, bis Frau Dr. R kam und wir gemeinsam (Fr. Dr. und ich) zu meiner Frau gingen.
Sie teilte meiner Frau mit, dass es unsere Tochter nicht geschafft hat, dass die Jungs soweit stabil sind und auf dem Weg zur Kinderintensiv wären. Meine Frau, die zu dem Zeitpunkt mehr tot als lebendig war, nahm diese Nachricht wohl wahr, aber war nicht sie selbst, als ob sie unter starken Beruhigungsmitteln stand. Fr. Dr. R ging und nach einigen Minuten wurde mir von einem Intensivmediziner mitgeteilt, dass ich zur Kinderintensiv gehen kann und begleitete mich durch irgendwelche Seitengänge dorthin.
An meinen Schwiegereltern kam ich nicht vorbei und konnte ihnen nicht mitteilen, wie es meiner Frau geht.
Auf der Kinderintensiv angekommen, wurde ich direkt gefragt, ob ich erst zu meiner Tochter wolle. Daraufhin bejahte ich. Sie lag im hintersten Zimmer in einem Wärmebettchen, das natürlich nicht angeschlossen war. Sie war mit einem Tuch bekleidet, aber ihr Köpfchen lag frei. Ich hatte einige Minuten mit ihr, nahm sie auf den Arm und kuschelte mit ihr, gab ihr einen Kuss auf die Stirn, den sie niemals spüren würde. Ich sprach mit ihr, sagte, dass ich sie über alles liebte und es mir leid täte, dass ich ihr nicht helfen konnte. Dann wurde ich zu meinen Jungs gebracht und sah als erstes Leif, der aus meiner Sicht sehr schwach war und intubiert wurde und an zig Geräten angeschlossen war.

Dann zeigte man mir Noah, der auch sehr schwach aussah, dennoch stabiler als Leif .
Die Kinderintensivmedizinerinnen haben mir lieb alles erklärt, was gemacht wurde. Medikamente und ähnliches. Dann kam Dr. B und es ging schnell zur Sache. Er fragte mich, ob ich unsere Tochter obduzieren lassen wollen würde und sagte aber gleichzeitig, er würde das bei seiner Tochter nicht machen lassen. Auch klärte er mich auf, dass wir sie sammelbestatten lassen könnten. Da merkte ich schon, dass das nicht rechtens sein kann, denn ich wusste von meiner Frau aus der Vergangenheit, dass Kinder über 500 g nicht sammelbestattet werden dürfen, da wir das Jahr zuvor unser fehlgeborenes Kind in der 11. Schwangerschaftswoche sammelbestattet haben.

Daraufhin sagte ich ihm, dass ich nichts heute entscheiden werde und schon mal gar nicht ohne mit meiner Frau darüber gesprochen zu haben.
Ich fragte Dr. B, was gewesen wäre, wenn er sie hätte erfolgreich reanimieren können, ob sie nach der langen Reanimationszeit nicht Schäden davon getragen hätte.
Daraufhin sagte er, das wäre nicht das Problem gewesen, nur was vorher gelaufen ist (Wartezeit) kann und werde er nichts zu sagen, denn er ist nur für die Kinderintensivstation zuständig und bot mir ein Gespräch an, wenn ich das möchte, die aber nicht mit der Thematik Geburtshilfe zu tun hat, sondern um den Verlust eines Kindes ging.
Nach ein paar Minuten kam eine Kinderintensivschwester und sagte mir, es gäbe zwecks Noreia 2 Möglichkeiten, entweder mit ihr zu meiner Frau auf Intensiv oder in die Kühlkammer.
Daraufhin sagte ich ihr, dass ich erst zu meiner Frau müsse, um sie zu fragen, ob sie überhaupt in der Lage wäre, körperlich und psychisch, die Kleine zu sehen.
Mir war es wichtig, dass meine Frau sie so sieht, wie ich sie gesehen habe, so voller Farbe und warm, als ob sie nur schlief.
Mir tat der Gedanke weh, meiner Frau erst unser totes Kind zeigen zu müssen und machte Fotos von Leif und Noah.

Ich irrte rum, total orientierungslos und bin dann erst mal bei den Narkoseärzten gelandet, die mich dann zur Intensivstation brachten.
Ich fragte meine Frau einmal zwecks Obduktion, dann ob sie Noreia sehen wollte, sonst käme sie in die Kühlkammer. Erzählte ihr, dass mein Gefühl mir sagt, dass einiges nicht richtig gelaufen ist und ob sie sich überhaupt eine Obduktion vorstellen könnte.
Sie wollte, so wie ich, herausfinden, warum genau die Kleine gestorben ist, gesagt haben wir es aber niemandem.
Ich ging zurück zur Kinderintensiv, wo mir eine Schwester anbot, mich zu begleiten.
Ich nahm meine Tochter in die Arme und lief mit ihr und der Schwester quer durch die Klinik zu meiner Frau auf der Intensiv.

Auf dem Weg dorthin liebkoste ich sie, weinte.

Ich gab meiner Frau unsere Tochter in die Arme. Die Schwester fragte, ob wir Fotos machen wollen würden zur Erinnerung, mich erschrak der Gedanke, doch meine Frau redete mir gut zu, dass man viel zu schnell vergessen würde, wie sie aussah. Ich gab der Schwester mein Handy, die versehentlich ein Video drehte, anstatt Fotos zu machen und dann machte sie noch ein paar Fotos. Langsam wurde sie ungeduldig, sie müsse zurück auf Station, ob ich mit Noreia noch eine Weile bleiben wollen würde. Ich nickte und sagte, ich käme gleich mit Noreia dann zurück.

In dieser Zeit kam niemand von der Intensivstation nur in die Nähe des Zimmers. Sie ertrugen kein totes Kind.

Und wieder lief ich mit meiner toten Tochter auf dem Arm quer durch die Klinik, diesmal ganz alleine, dem Zusammenbruch nah.
Ich kam auf der Kinderintensiv an, da sagte diese Schwester, die mich am Anfang begleitet hatte, ich solle unsere Tochter wieder ins Wärmebettchen legen und danach das Licht ausmachen.

Es fiel mir sehr schwer, das Licht aus zu machen, es war endgültig ein Abschied für immer, sie war tot, sie schlief nicht nur, da versprach ich ihr, dass die Menschen, die ihr nicht geholfen hatten, ihre gerechte Strafe bekämen.

Ich ging nochmal kurz zu meinen Jungs und dann Richtung Intensiv zum Warteraum, wo ich nach Stunden meine Schwiegereltern wieder traf, die immer noch warteten, nicht wissend, was in der Zwischenzeit alles passiert war.
Ich ging nochmal zu meiner Frau und fragte die Intensivschwester, die meine Frau betreute, ob ihre Eltern mal ihre Tochter sehen dürften, damit sie sehen, dass sie lebt.
Ihre Eltern durften zu ihr.
Als die Schwiegereltern bei meiner Frau waren, ging ich wieder zur Kinderintensiv und fragte dort die Schwester, ob es möglich sei, dass die Großeltern sich von ihrer Enkelin verabschieden könnten und die Jungs einmal kurz sehen könnten, mit dem Wissen, dass das eigentlich nicht erlaubt ist. In dieser Ausnahmesituation wurde eine Ausnahme gemacht.
Als wir (Schwiegereltern und ich) dann die Kinderintensiv verließen, ging ich wieder zu meiner Frau und erzählte ihr, dass ihre Eltern sich von Noreia verabschieden konnten und auch die Jungs kurz gesehen hatten.
Ich sagte zu ihr, sie solle sich erst mal ausruhen und ging mit ihren Eltern auf Entbindungsstation in Richtung ihres Zimmers, wo auch mein Bett stand. Schwester Anja, die den Notfall angemeldet hatte, hatte Kaffee gemacht und war unsere erste Seelsorge an diesem Abend bzw. Nacht.
Dort gingen wir auf einen Balkon, um eine zu rauchen und dort sagte sie uns, dass es ihr unendlich leid täte, was passiert wäre und hat sich wahnsinnige Vorwürfe gemacht, erst die Flasche mit Paracetamol geholt zu haben, anstatt erst zu meiner Frau zu gehen. Dennoch sagte sie, dass sie ihr menschenmöglichstes getan habe. Ich bedankte mich bei ihr für ihre schnelle Reaktion, denn hätte sie nicht so schnell gehandelt, wäre meine Frau jetzt tot und alle meine Kinder ebenfalls.
Dann erzählte sie, dass als sie im Kreißsaal anrief und meine Frau als Notfall angemeldet hat, versucht wurde, sie abzuwimmeln, mit der Begründung, ob es wirklich notwendig wäre, eine erneute Untersuchung durchzuführen, schließlich wäre ja am nächsten Tag der Kaiserschnitt. Sie erwiderte „Die Frau stirbt mir hier unter den Händen weg.“
Die folgenden Tage kann man dem Geburtsbericht meiner Frau entnehmen, denn ich und auch ihre Mutter wich ihr von da an nicht mehr von der Seite. Ging ich zur Kinderintensiv war ihre Mutter da, zum Schlafen fuhr sie heim, da ich mein Bett im Zimmer meiner Frau hatte.
Die Nacht danach hatte Schwester Anja wieder Nachtdienst, meine Frau war wieder in ihrem Zimmer. Sie kümmerte sich rührend um meine fiebernde Frau. Dann hatte Schwester Anja einige Tage frei.

Als sie wieder Dienst hatte, erzählte sie mir, dass Fr. Dr. R sie angerufen habe und sie rund machen wollte, warum bei meiner Frau nicht regelmäßig Fieber gemessen wurde.
Und dass sie einen internen Bericht schreiben solle für Prof. S, was passiert war, mit zeitlicher Angabe, da er sich nicht erklären konnte, wo diese 30 Minuten geblieben sind.
Ich ging über die Station, um meiner Frau Stilltee zu holen, da rief Schwester Anja mich ins Schwesternzimmer, damit ich diesen Bericht lesen konnte, kopieren durfte ich ihn mir allerdings nicht, da es ein interner Bericht war.

Später stellte sich heraus, dass ich selbst auf der Kinderintensiv, auf meine Frage, ob noch eines meiner Kinder reanimiert wurde, belogen wurde

1.5 Wochen nach der Geburt wurden unsere 2 überlebenden Drillinge nach Dinslaken verlegt.  Dort  ging es bergauf und wir wurden alle wieder aufgepäppelt.





#3- Nina / Auswandern mit Kindern Dank Online Beratung 



Liebe Nina, egal wo man schaut- wenn es um das Thema Stillen geht sind deine Flyer überall zu sehen. Du bist sozusagen Koryphäe in Sachen Stillen. Wie wurdest du so bekannt ? 

A: Oh, danke erstmal! Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Vielleicht zu einem Teil meine Authentizität. Mein Job ist einfach meine absolute Herzensangelegenheit, ich liebe meine Arbeit und ich denke, das merkt man.

Dazu war ich eine der ersten Stillberaterinnen, die nicht nur ab und an mal eine Onlineberatung hatte, sondern ausschließlich Onlineberatung im deutschen Sprachraum anbot und auch Online-Selbstlernkurse zum Thema anbietet.

Meine Art trägt mit Sicherheit auch dazu bei und hebt mich von anderen ab. Ich bin einfach ehrlich und direkt, das tut manchmal weh, aber genau das braucht man manchmal vielleicht auch. Ich halte einfach nichts davon, Müttern immer zu sagen, es ist schon alles richtig was sie machen. Und die vielen Mamas, die sich bei mir bedanken und sich wünschen, es hätte ihnen früher jemand gesagt, wie wichtig stillen ist und wie sehr bestimmte Dinge ihren Kindern wirklich schaden können, geben mir und meiner Art recht.

Gleichzeitig bin ich sehr nah dran an den Mamas, pflege eher eine freundschaftliche Art statt professionellen Abstand und "Sie", viele Mütter begleite ich so über mehrere Jahre hinweg zu verschiedensten Themen. Was meist beim Stillen anfängt, geht über in die Beikostberatung und später zur Entwicklung des Kindes und dem bindungsorientierten Umgang mit ihnen.

Ich arbeite einfach nicht immer so, wie "man" sollte und ich nehme mir auch ganz klar das Recht für mich raus, zu bestimmten Themen nicht zu beraten, z.B. mache ich keine Abstillberatung, wenn es nicht medizinisch notwendig ist. Natürlich verweise ich in so einem Fall an geschätzte Kolleginnen weiter, aber ich möchte es für mich nicht. Das entspricht nicht meinen Werten. 




Wie waren die Umstände, die dich dazu brachten Alleinverdienerin der ganzen Familie zu werden? 

A: Das kann ich gar nicht so genau sagen, das hat sich langsam einfach immer mehr eingeschlichen. Die Arbeitszeiten meines Mannes, die traurigen Augen meines Sohnes, wenn Papa wieder in die Arbeit musste, die Entdeckung meiner Herzensangelegenheit und gleichzeitig meines Traumjobs, der Wunsch, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen, ... das alles hat sich im Laufe der Zeit, wie ein Puzzle zusammengesetzt.



Woher kommt der Drang ins Ausland, besser gesagt Thailand, auszuwandern? 

A: Zum ersten Mal mit dem Gedanken auszuwandern haben wir 2016 gespielt. Meine Schwester wollte mit ihrem Mann nach Kanada auswandern und unbedingt meine Mama mitnehmen. Da haben wir darüber geredet, ob wir mitgehen. 

Die zwei sind dann doch nicht ausgewandert aber in uns wurde der Wunsch immer stärker und es war uns von Anfang an klar, dass wir unsere Kinder nicht in das deutsche Schulsystem pressen wollten. Also stand der Plan relativ schnell fest: Spätestens wenn unser großer schulpflichtig wird, wollen wir aus Deutschland weg sein.



Wann war der Wendepunkt wo ihr sagtet „Koffer packen- wir hauen ab“? 

A: Ursprünglich wollten wir eigentlich auf Open-End-Weltreise gehen und starteten Anfang 2018 mit 2 Monaten Thailand, weil wir dort ein paar Familien kannten, die dort über den Winter eine kleine Gemeinschaft bildeten. Das war so der Moment, als uns klar wurde, genau das wollen wir, wir wollen nicht mehr zurück nach Deutschland, nicht zurück in dieses Hamsterrad.

Das Jahr darauf verbrachten wir dann 5 Monate in Thailand und mittlerweile war klar, dass dieser Ort eine Art Homebase für uns bleiben wird, zu der wir immer wieder zurückkehren werden.

Anfang 2020 waren wir gerade ein paar Monate in Deutschland und wohnten bei meiner Mama. Als absehbar wurde, dass es wahrscheinlich zu Grenzschließungen und Lockdowns kommen wird und wir nicht wussten, wann wir dann wieder nach Thailand können, sind wir relativ schnell und spontan nach Thailand. Es war eine reine Bauchentscheidung. Wir sind mit 2 Koffern und 2 Handgepäckrucksäcken zu viert los.


2 Tage später wurden in Thailand die Grenzen geschlossen und seit dem sind wir nun hier.



Wie waren die ersten Schritte zum Paradies? 

A: Holprig. Wie gesagt, vom ersten Gedanken bis zur ersten Reise vergingen 2 Jahre. Auswandern ist nicht so einfach, auch wenn mit 2 Koffern einfach los im ersten Moment so klingt. Das uns dies möglich war, erforderte viel Vorlaufzeit.

Wir sind 2016 zuerst von unserem Haus in eine kleine 2 Zimmer-Wohnung gezogen, später haben wir die Wohnung auch gekündigt und unseren Hausstand komplett aufgelöst. Wir waren dann immer ein paar Monate unterwegs und ein paar Monate bei meiner Mama in Deutschland. Bei ihr im Keller stehen noch 4 Umzugskisten, das ist alles was wir neben dem Inhalt unserer Koffer und ein paar Kleinigkeiten, die wir in Thailand gekauft haben, noch besitzen.

Und wie es gerade in Deutschland nun mal so ist, hängt mit dem Auswandern auch jede Menge Bürokratie zusammen und da das endgültige Auswandern so schnell ging, musste davon vieles über E-Mail laufen.



Jetzt seid ihr ja schon länger dort. Wie macht ihr das mit den Kindern zwecks Schule und soziale Umfeld? 

A: Das soziale Umfeld ist hier wesentlich besser und bunter als es uns in Deutschland je möglich gewesen wäre. Hier leben sehr viele Familien, viele Thais aber auch viele Familien aus den unterschiedlichsten Ländern. Deutschland, Russland, Türkei, Australien, Spanien, ...

Unsere Kinder wachsen als Freilerner auf. Sie besuchen also aus unserer tiefen Überzeugung heraus weder einen Kindergarten, noch eine Schule und werden auch nicht von uns zu Hause unterrichtet.

Freilernen bedeutet allerdings nicht, dass die Kinder nicht lernen. Im Gegenteil, sie lernen, was sie wollen und aus eigenem Antrieb heraus. Unsere Aufgabe ist es, ihnen auch diese Möglichkeit zu geben und ihnen alles zur Verfügung zu stellen, was sie dafür brauchen.

Unser Sohn würde dieses Jahr schulpflichtig werden. Er fängt gerade an zu schreiben und zu lesen, rechnet bis 100 in allen Grundrechenarten, lernt Englisch und Thai, interessiert sich sehr für Geologie und Astrologie und ist gerade dabei auf eigenen Wunsch und mit unserer Hilfe, seinen ersten eigenen Onlineshop zu eröffnen.



Hand aufs Herz- fehlt euch die deutsche Küche oder andere Sachen? 

A: Ja natürlich fehlen uns bestimmte Dinge. Ich glaube, jemand der auswandert und behauptet er würde absolut nichts vermissen, lügt.

Wir haben hier an sich sehr viele westliche Dinge, den weltbesten deutschen Bäcker z.B. aber manche Zutaten bekommt man hier oft nicht, sehr schlecht oder unfassbar teuer.

Die deutsche Sprache. Wir hören hier meist Thai und Englisch um uns herum, wenn dann mal jemand deutsch mit dir spricht ist das schon so ein kleines bisschen Heimatgefühl.

Und natürlich vermissen wir unsere Familie und Freunde sehr, vor allem meine Mama und meine Schwester mit ihrer Familie.



Was müsste passieren damit ihr zurück kommt? 

A: Nichts. Ich kann nicht sagen, ob wir für immer hier bleiben werden. Ich glaube nicht, dass wir für immer sesshaft bleiben, aber Deutschland kommt auf gar keinen Fall mehr infrage - höchstens für ein paar Wochen zu Besuch, sollte das irgendwann mal wieder problemlos möglich sein.



Kinder, Umzug ins Ausland, online Beratung…. Wie schaffst du das ? 

A: In erster Linie durch meinen Mann, der immer hinter mir steht, egal was ich mache und mir den Rücken stärkt und mittlerweile auch durch ein wundervolles Team, das mir sehr hilft, das alles funktioniert.



Hast du noch etwas, was du uns gerne erzählen (sagen) möchtest? 

A: Es ist nie zu spät etwas zu ändern. Egal ob ein beruflicher Neustart, eine Weltreise, Auswandern oder etwas anderes. 

Trau dich!

Und vor allem: mach, was du für richtig hältst und was dich glücklich macht! Denn niemand anderes muss mit deinen Entscheidungen leben, nur du
.


Schaut mal auf ihre Website oder auf Instagram und Facebook.






#2- Anita / plötzlich Zwillinge 


 

Liebe Anita, du hast bereits eine wundervolle Tochter. Wie alt warst du als du den positiven Schwangerschaftstest gemacht hast? 

A: Hallo liebe Jana. 
Meine Tochter habe ich mit 22 Jahren bekommen.
Als ich den positiven Schwangerschaftstest der zweiten Schwangerschaft hatte , war ich 26 Jahre knappe 27 Jahre alt . 😊




War die Schwangerschaft überhaupt geplant ?

A: Ja eine zweite Schwangerschaft war geplant , Amy sollte nie ein Einzelkind bleiben.



Du bist bei deinem Frauenarzt, auf einmal sagt er „Zwillinge“. Beschreibe bitte deine Gefühle in diesen Moment. Hattest du bereits eine Vorahnung? 

A: Beim ersten Ultraschall konnte man nur eine Schwangerschaft bestätigen. Der Arzt machte Witze und sagte , beim nächsten mal kann man sehen ob es zwei sind . 😂
Dann kam der zweite Ultraschall und ich hatte tatsächlich eine Vorahnung. Ich habe davon geträumt das es zwei werden . An dem Tag fuhr eine Freundin mich zum Frauenarzt und ich sagte vorher noch zu ihr , wenn ich hier gleich heulend rauskomme sind es zwei .
Der Arzt hat zu erst ein Baby ausgemessen und es war alles Okey . Dann schaute er nochmal richtig und sagte und da ist ein zweites Baby . 
Ich sagte nur , ich wusste es und hab gelacht . 
Als ich raus kam und meine Freundin sah, hab ich geheult . 🙈😂



Wie hat die große Schwester reagiert? 

A: Die Große Schwester hatte sich ganz doll gefreut. 
Zu derzeit waren einige hier in der Gegend schwanger . Und sie hatte immer angegeben … und meine Mama hat gleich zwei Babys im Bauch. 😊



Wie war deine Schwangerschaft und die Geburt? 

A: Die Schwangerschaft war total schön . Habe es auch fast bis zum Schluss durchgehalten. Die Jungs kamen in der Schwangerschaftswoche 38+9 .
Die Geburt war nicht so toll . Ich war ganz doll erkältet und das hatte mir schwer zu schaffen gemacht . 
Nach 5 Stunden Wehen ( die nicht schlimm waren ) kam Ben zur Welt . Hatte dabei wirklich kaum Schmerzen . Ben war aber eine Sturzgeburt . Normalerweise ist es ja so das erst das Köpfchen geboren wird und dann kommt der Körper . Und er kam bei der ersten Presswehe komplett raus . 
Dann sollte Tim mit dem Steiß geboren werden , aber da ging es nicht mehr vor und zurück. Und es kam zu einen Notkaiserschnitt . 
Kurz davor haben sie mir einmal kurz den Ben gezeigt und dann ging es in den Op .
Die Geburt von Tim habe ich leider nicht mitbekommen.
Und ich durfte meine Jungs erst nächsten Tag sehen weil ich eine Nacht auf Intensiv lag . Das war sehr schlimm für mich .
Aber der Papa hat sich sehr sehr liebevoll um die Jungs gekümmert und ihn Nähe und Geborgenheit geschenkt.
Leider habe ich dadurch auch nicht das erste Kennenlernen der Geschwister mitbekommen. Das machte mich sehr traurig.



Als sie endlich in deine Arme waren, was hast du gefühlt? 

A: Als ich sie nächsten Tag dann endlich beide sehen und halten durfte , das war so so schön und sehr emotional. 😊

Die innige Bindung war sofort da. Einfach unbeschreiblich schön. 😊



Wie war das erste Jahr mit den Zwergen und der großen Schwester? 

A: Das erste Jahr war total toll . Ich hatte ganz ganz liebe Babys . Sie haben viel geschlafen so da ich auch viel Zeit mit der Großen hatte . 
Hatte wohl echt Glück . Sie waren sehr pflegeleicht. 😊



Hast du an manchen Tagen es bereut? Oder wäre es dir lieber gewesen nur ein Baby zu haben? 

A: Ich habe es nicht einen Tag bereut. Es gab für mich auch noch nicht einen Tag das ich überfordert war oder sowas. 



Hat der Papa dir die Kinder auch mal abgenommen? 

A: Ja , die ersten 3 Wochen hat der Papa alles gemacht . Da ich immer noch mit der Narbe vom Kaiserschnitt zu tun hatte . Das hatte er ganz toll gemacht.



Wie geht es euch heute? Alles eingespielt? 

A: Uns gehts super . Ich bin jetzt zwar alleinerziehend unsere Liebe ist leider nach knappe 14 Jahren gebrochen. Aber wir verstehen uns dennoch sehr gut. Und sind für die Kinder da.



Hast du noch etwas, was du gerne mit uns teilen willst?

A: Die Jungs werden jetzt 7 Jahre alt . Und kommen jetzt zur Schule. Eine neue Aufregende Zeit beginnt . 😊😊😊😊



#1- Sarah / Glücklich bis zur Geburt / Triggerwarnung 






Liebe Sarah, erstmal- mein Respekt, dass du dich mir öffnest und deine Geschichte mit uns teilen willst. 
War Samuel geplant? 


A: Vielen Dank, sehr gerne teile ich die Geschichte von Uns und unserem kleinen Helden "Samuel" 💙🌟

Ja, Samuel war ein absolutes Wunschkind und unsere gesamte Familie hat sich auch schon richtig mit uns auf den kleinen Familienzuwachs gefreut. 




Wie verlief deine Schwangerschaft? Hattest du Komplikationen? 

A: Meine Schwangerschaft verlief eigentlich relativ "normal". Die ersten 15 Wochen war mir zwar richtig übel, aber das nimmt man sehr gerne für ein kleines, heranwachsendes Wunder in Kauf. 
Ich hatte am Anfang ab und zu Blutungen, wo wir immer sofort ins Krankenhaus gefahren sind, aber es war nie wirklich was Ernstes, bei Samuel hat immer Alles super gepasst. Die Blutungen waren aber auch nur in den ersten Wochen. 
Bei den Untersuchungen war immer alles perfekt, er war immer - der Schwangerschaftswoche entsprechend - super entwickelt und Er war ein sehr aktiver "kleiner Mann", wie sein Papa ;-) 




Fällt mir nicht leicht, aber wie war die Geburt vom kleinen Samuel und ab wann hast du instinktiv gemerkt, dass etwas nicht stimmt?

A: Kurz halten ist hier leider nicht möglich, aber ich versuche zumindest die richtigen Worte zu finden. 

Ganz ehrlich: es war eine Horrorgeburt... von Anfang an! Ich habe unter der Geburt auch schon gesagt, dass ich mir das nie wieder antue - aber ich denke, dass sagen viele Frauen und im Normalfall ist ja danach meistens Alles "vergessen"... 

Ich weiss nicht wie ich es beantworten soll, aber so richtig instinktiv gemerkt, dass etwas nicht stimmt, habe ich erst nach vielen Stunden, ich würde sagen in den letzten 5 Stunden der Geburt, spätestens als die Fruchtblase platzte, aber komisch vorgekommen ist mir Alles irgendwie von Anfang an! 

Es ging am 29.09.2020 (3 Tage vor ET) am Abend los. 
Ich war da schon verwirrt, da ich gedacht habe, dass die Wehen zuerst mal in großen Abständen kommen. 
Die Abstände waren mir da einfach schon viel zu kurz, ich habe echt gerätselt, ob das jetzt überhaupt Wehen sind und nicht irgend etwas anderes... 
Die Wehenabstände waren von der ersten Wehe weg bei maximal 2 Minuten.
Wir haben meine Kliniktasche und die Babytasche nochmal gecheckt und sind sofort ins Krankenhaus gefahren, dort sagte man uns, dass es noch dauern kann, ob wir gleich hier bleiben wollen oder ob wir uns nochmal zu Hause hinlegen wollen. 

Da hoffte ich schon, dass ich dass nicht mehr lange aushalten muss, weil es da schon echt heftig war, aber wir haben uns entschieden, dass wir nochmal nach Hause fahren... 
am Heimweg wurde es nochmal heftiger und ins Bett legen war gar nicht mehr möglich für mich - vor Schmerzen, 
es war eigentlich umsonst, aber wir haben dann noch ca. 1 Stunde daheim verbracht, der Papa von Samuel hat noch kurz geschlafen und dann sind wir wieder ins Krankenhaus gefahren... 
der Weg vom Auto zum Krankenhaus-Eingang war nicht mehr alleine möglich, Samuels Papa (Oskar) musste mich stützen und ich nutzte jede Wehenpause für ein bis zwei Schritte (Die Wehenpausen waren da schon bei maximal 1 Minute)... 
Im Kreissaal angekommen, wurde mein Muttermund abgetastet, CTG angeschlossen usw usw.... und dann haben wir uns erstmal für die Badewanne entschieden, wobei auch das für mich kein bisschen entspannend war, obwohl ich mir das so schön vorgestellt habe in der Wanne usw....
Von da weg war es aber wirklich komisch, der Wehenschreiber hat meiner Meinung nicht korrekt mitgeschrieben (Oskar teilt da auch meine Meinung, nachdem er mich ja durchgehend Schreien hörte - Er war immer bei mir), die Hebammen und Ärzte sahen auf dem Gerät immer lange Wehenpausen und keine starken Wehen... eigentlich waren es wirklich extrem starke Wehenstürme!! 
Ich und Oskar haben das auch sehr oft "angesprochen", dass da irgendwas nicht stimmt beim Wehenschreiber, weil ich keine wirklichen "VerschnaufPausen" hatte und ich bettelte da auch schon mehrmals um eine PDA oder irgendetwas, damit ich endlich mal wieder kurz durchatmen kann, weil ich - hart gesagt - echt geglaubt hab, ich muss gleich sterben... 
Leider wurden wir nicht wirklich ernst genommen und immer wieder wurde gesagt "Nein, die Wehen sind nicht stark und die Wehenpausen sind 10-20 Minuten lang."
Ich muss noch dazu sagen, wir waren sehr viel alleine und ich schrie sehr oft um Hilfe usw... in der Zwischenzeit hörte ich rundherum viele Babys nach der Reihe schreien und das war irgendwie doch motivierend, ich glaube während unserer Geburt, die insgesamt 24-25 Stunden dauerte, kamen gefühlt 5-8 Babys oder so rundherum im Kreissaal zur Welt, das erklärt eventuell auch, warum wir so viel alleine waren (was ja grundsätzlich nicht so schlimm ist). 

Mir fehlt (gottseidank) auch einiges von der Geburt, ich glaub ich war teilweise schon echt bewusstlos.... wir sind dann irgendwann auf diese Liege da gewandert... (Rückenlage!!!), ich selbst konnte mich gar nicht mehr umdrehen oder so, ich konnte auch garnicht mehr klar denken, was für mich jetzt die richtige Position wäre, ich blieb einfach so liegen, wie man mich positioniert hatte. 

Irgendwann kam endlich "die Erlösung", ich bekam eine PDA (auch wenn ich immer gesagt habe, dass ich die Geburt ohne PDA schaffen will, ich hab mich echt gefreut darüber), ich weiss nicht mehr genau wann, aber ich glaube es war nach ca. 10-12 Stunden, da hab ich sie bekommen und dann konnte ich endlich mal "eine Pause" machen. 
Es ging dann natürlich gar nichts mehr weiter und irgendwann mussten sie die PDA wieder abdrehen, was eh verständlich war... 
aber leider ging es danach gleich weiter, wie vor der PDA 🤢🥵 
Wehenstürme, Wehenschreiber hat nach wie vor nur leichte Wehen mit längeren Wehenpausen aufgezeichnet, usw.... 

Zwischendurch haben Sie mich gemeinsam kurz in die "Vierfüssler-Position" gedreht, aber das war genauso unerträglich für mich.... 

Lange Rede kurzer "Sinn", jetzt kommt der eigentliche, fragwürdige Teil der Geburt:
ca. 4-5 Stunden vor dem tatsächlichen Ende platzte die Fruchtblase.... 
Das Fruchtwasser war grün... Ich hab das selbst ja gar nicht gesehen, 
aber Oskar hat sofort gesagt "He, da stimmt was nicht, da rinnt's grün raus, beim Geburtsvorbereitungskurs hat es geheissen, grünes Fruchtwasser bedeutet Alarm". 
Ich war auch geschockt, konnte aber eh nicht wirklich was dazu sagen, sondern sowieso nur schreien... 
Aber man hat uns beruhigt - mit den Worten "Es ist alles in Ordnung, macht euch keine Sorgen" oder so ähnlich..... 
Wir vertrauten diesen Worten und so ging es dann halt einfach weiter.... 

irgendwann hat es endlich geheissen, dass der Muttermund bei 9 cm ist, Juuhuuu.... 
aber trotzdem hab ich da schon öfter schreiend "gefragt", ob eh alles in Ordnung ist bei Samuel...

ich spürte es wirklich, dass etwas komisch ist.... irgendwann sah man endlich den Kopf, Motivationsschub hoch 1000, aber ich hab dennoch immer wieder gesagt oder gefragt, ob was nicht stimmt und ob alles in Ordnung ist bei ihm... es ging gefühlt ewig so dahin - Kopf sichtbar, Kopf wieder nicht sichtbar usw usw.... (Herztöne haben laut CTG IMMER gepasst).... bis dann endlich der Moment der Erleichterung kam und der kleine Samuel wortwörtlich aus mir raus geschossen ist.... nach 24-25 Stunden..... 
Ja, die Erleichterung hielt nicht lange an, denn er hat nicht geschrien und auch nicht geatmet... da ging alles sehr schnell, sie rannten sofort weg mit ihm... ich war dennoch etwas erleichtert, dass die Geburt mehr oder weniger zu Ende war... aber ja... ich fragte wieder gefühlt 100 mal "was ist los, was stimmt nicht? ".... wir wurden wieder beruhigt "Alles ist gut, Samuel kommt gleich wieder". 
Es fühlte sich nochmal nach Stunden an, bis nach ca. 10 Minuten die Ärzte zu uns kamen und uns sagten, dass unser Sohn leider reanimiert werden musste und jetzt beatmet wird und dass der Hubschrauber schon bereit steht und sie sofort zur nächsten Neugeborenen-Intensivstation fliegen müssen. 
Dort wurde er dann auf 33° gekühlt (um Hirnschäden einzudämmen und zu verhindern).... (ca 20 Uhr) 

Ich wurde am nächsten Vormittag mit dem Rettungswagen auch auf die Pränatalstation verlegt, in das Krankenhaus, wo Samuel unten in der Intensivstation lag... 
Oskar fuhr dem Rettungswagen selbst mit dem Auto nach... 

Was soll man da noch sagen, man stellt sich halt Alles ganz anders vor.... 
Wir sahen unseren Sohn das erste Mal erst so richtig mit 1000 Kabeln und Schläuchen rundherum, auf 33° gekühlt und Er war sediert und ja... sprachlos und geschockt war ich... und bin ich nach wie vor, wenn ich an diesen Moment denke... 
wie konnte uns so etwas nur passieren, was ist das für ein Start in's Leben?... Warum??? 

Wir wussten lange nicht, in welche Richtung es gehen wird, aber eigentlich war ich sehr positiv eingestellt, dass wir bald mit ihm nach Hause können. Alle waren wir positiv eingestellt. 
Die Ärzte und Schwestern dort waren auch echt super und haben natürlich alles dafür gegeben. 


Nach ein paar Tagen wurde Samuel wieder auf Normaltemparatur "erwärmt" und dann konnten die Ärzte endlich dieses "Schädel-MRT" machen, um Klarheit zu verschaffen... 
das Ergebnis war leider alles Andere, als positiv. 
Das Gehirn wurde leider zur Gänze zerstört, zu langer Sauerstoffmangel während der Geburt...... 
Ohne Maschinen konnte er leider nicht einmal atmen... 
9 Tage nach der Geburt mussten wir ihn dann leider zu den Sternen reisen lassen...
Er war aber ein wahrer Kämpfer und hat tatsächlich nach dem Abdrehen der Maschinen noch ca. 20 Stunden selbstständig geatmet, das konnte keiner glauben, in diesen Stunden war natürlich wieder ein Funken Hoffnung da, aber im Endeffekt hat sich Samuel für den richtigen Weg entschieden, sein Leben wäre jetzt nicht schön, wenn er NICHTS könnte, außer vl Atmen.
Und auch für Uns wäre es sicher alles Andere als einfach geworden, mit einem Kind, dass jetzt nur atmen könnte...🌟💙

Wir sind nach wie vor der Meinung, dass spätestens als die Fruchtblase platzte und das grüne Fruchtwasser zu sehen war, ein Kaiserschnitt gemacht werden hätte müssen..... 




Wie war die Reaktion von den Ärzten und Hebammen? Stehst du noch in Kontakt? 

A: Sie waren schon auch geschockt und besorgt und haben immer wieder nachgefragt und um "Updates" gebeten, wo wir im anderen KH waren und Sie haben uns auch um ein weiteres,  persönliches Gespräch gebeten, sobald wir bereit waren, 
mit so einem Ausgang hat keiner gerechnet. 
Das Gespräch haben wir auch wahrgenommen, einige Tage nach dem Tod von Samuel, wir hatten uns einige Fragen aufgeschrieben und mitgenommem. 
Die Fragen wurden uns alle beantwortet. Aber jetzt haben wir keinen Kontakt mehr - Nein. Ehrlich gesagt, kann ich nicht mal mehr normal bei diesem Krankenhaus vorbeifahren.... 



Hast du rechtliche Schritte eingeleitet? 

A: Wir haben ehrlich gesagt überlegt, aber nach unserem Gespräch mit dem Krankenhaus hat es für uns noch einmal weniger Sinn ergeben... 
Sie konnten uns ja Alles irgendwie beantworten und begründen, was uns komisch vorkam und unseren Samuel hätte es leider auch nicht zurück gebracht. 

Ja, ich weiss, viele denken und sagen auch, dass wir anderen Eltern damit helfen hätten können, dass so etwas nicht noch einmal passiert. 
Aber es hätte ganz sicher gar nichts gebracht. 

Es hätte den ganzen "TrauerProzess" für uns nur in die Länge gezogen und wir hätten da mit Sicherheit keine Chance gehabt. Wie gesagt, laut CTG haben die Herztöne immer gepasst, alle Fragen konnten beantwortet werden, alles was uns komisch vorkam, wurde von ihnen begründet..... Vor Gericht wäre es wahrscheinlich nichts Anderes gewesen....

Eventuell hätten wir noch einmal gekämpft, wenn Samuel bei uns geblieben wäre und jetzt schwer behindert leben müsste.... 
Aber ich bin mir eigentlich sicher, dass es "umsonst" gewesen wäre, bei den Antworten, die sie hatten......



Wie geht der Papa aus deiner Sicht damit um? 

A: Er geht genauso stark und "gefasst" damit um, wie ich. 
Nach außen hin eigentlich noch stärker. 
Aber wir sind auch einer Meinung, dass Samuel den richtigen Weg gewählt hat. 
Er arbeitet sehr viel und hat - anders als ich - relativ schnell, nach ein paar Tagen, wieder normal sein Leben weiter gelebt und sich damit eben auch abgelenkt. 
Wir reden oft darüber und Samuel wird uns immer verbinden, begleiten und beschützen. 



Hast du Samuel gleich abgeben müssen oder hast ihn noch einige Tage bei dir behalten dürfen zum Abschied? 

A: Wir hätten die Möglichkeit gehabt, ihn noch mit nach Hause zu nehmen,
aber das wollten wir beide nicht. 
Das ist für viele Eltern sicher das Richtige, aber für uns wäre es dann noch schlimmer gewesen. 
Wir hätten ihn auch noch einige Tage mit den Maschinen weiterleben lassen können. Das Krankenhaus hat uns da viele Möglichkeiten "angeboten". 
Aber wir haben uns nach dieser schrecklichen Nachricht entschieden, am nächsten Tag die Maschinen abzudrehen, auch wenn es schlimm war. In diesen ca. 20 Stunden danach, als er noch selbstständig geatmet hat, haben wir uns dann von ihm verabschieden können und wir haben da noch Einiges mit unserem kleinen Kämpfer "erlebt". 
Er ist dann friedlich in Papas Armen eingeschlafen, am 09.10.2020 🌟💙



Wie war für dich die Beerdigung? 

A: Samuel wurde verbrannt und seine Urne steht jetzt in seinem kleinen, liebevoll errichteten Altar - bei uns zu Hause 💙🌟
Zuerst war geplant, dass er zu den Sternenkindern kommt bzw
 zum Sternenkindergrab, aber da hätten wir ziemlich lange warten müssen, da es da immer so eine Art "Sammelbeerdigung" oder so gibt für die Sternenkinder, diese Geduld hatten wir nicht mehr. 
Darum haben wir uns dann für die Urne zu Hause entschieden. 
Wir haben ihn auch beide unter der Haut verewigt. Ich habe uns etwas selbst gezeichnet. 
Ich habe mir seinen Handabdruck und Oskar hat sich seine Fußabdrücke, jeweils mit seinem Namen, seinem Herzschlag, Geburts- und Sterbedatum und einen Stern mit Flügel am Unterarm tättowieren lassen. 
Im Herzen haben wir ihn sowieso immer bei uns 💙



Plant ihr ein weiteres Kind? Wenn ja, wie ist das Gefühl dabei ? Hast du Angst einen Ersatz finden zu wollen?

A: So schnell hatten wir kein Kind geplant, aber wir haben beide gesagt, dass wir es irgendwann wieder versuchen werden.
Ich hatte auf jeden Fall Angst vor einer neuen Schwangerschaft usw. 
Aber jetzt kommt die große Überraschung, das wissen bis jetzt eigentlich nur Familie und enge Freunde und mittlerweile halt die Personen, die mich am See usw sehen.
Aber jetzt bin ich bereit, auch das - hier in deinem Interview - öffentlich zu verraten:
Ich bin aktuell mit einem kleinen Regenbogen-Wunder in der 29. Schwangerschaftswoche. 
Es war zwar nicht geplant, aber es sollte wohl so sein und wir freuen uns sehr. Unser Samuel hat uns eine kleine Prinzessin geschickt und Er wird sicher gut auf Sie aufpassen 💕🌈💙🌟

Es wird aber dieses Mal "leider" ein geplanter Kaiserschnitt, da ich eine normale, spontane Geburt nicht mehr riskieren will und kann. 
Ich bin mir sicher, dass uns das wieder zu stressig wird. 
Nach dem was uns leider passiert ist, traue ich mich einfach nicht mehr. 

Ersatz ist Sie aber auf keinen Fall, Sie ist einfach unser zweites Kind. Seine kleine Schwester. Wir haben dann ein Kind an der Hand und ein Kind im Herzen 💕💙🌟🌈


Aber ich muss sagen, auch wenn ich mich nicht so schnell getraut hätte, wieder Schwanger zu werden, dass ich jetzt sehr froh darüber bin, dass es so "passiert" ist! ❣️



Wie gehst du heute mit der Situation um? Vor allem dann wenn einige deine Geschichte nicht kennen und dich aber schwanger kannten ? Rein nach dem Motto „wie geht’s deinen Samuel?“

A: Ja, das ist ein richtig schwieriges Thema. Ich muss sagen, dass ich echt froh darüber bin, dass ich unsere Geschichte öffentlich geteilt habe und immer wieder Storys auf Instagram und Facebook geteilt habe, so wussten eigentlich Alle bescheid und solche Fragen kamen gar nicht zu mir. 
Viele verstehen das sicher nicht, dass ich das auch immer öffentlich geteilt habe, aber das hat echt sehr geholfen und ich habe viele "Sternenmamas" dadurch kennen gelernt und mich mit Vielen austauschen können, denen Ähnliches passiert ist. 
Oskar ist nicht auf Instagram und Facebook, Er wurde danach schon das eine oder andere Mal gefragt, ob unser Sohn schon da ist usw., mit solchen Fragen wäre ich glaube ich etwas überfordert gewesen.
 
Aber jetzt, da ich wieder schwanger bin, kommt ab und zu von ganz fremden Personen zum Beispiel eine Frage und zwar "ist das dein erstes Kind?" 
Ich beantworte die Frage natürlich mit einem klaren "Nein, das Zweite", aber momentan muss ich da schon immer schlucken, weil nach meiner Antwort geht es natürlich immer weiter mit anderen Fragen und meistens ist es dann auch so, dass die Personen selbst sehr überfordert sind und wahrscheinlich bereuen, dass sie überhaupt nachgefragt haben und dann werden sie nervös und ich weiss auch nicht recht, welche Worte dann richtig sind. 
Aber ich gehe da eigentlich sehr offen damit um und rede dann auch "gerne" darüber. 
Viele wissen nicht, wie sie dann mit mir umgehen sollen, das merkt man einfach, aber ich finde, es muss auch nicht "tot geschwiegen" werden und niemand braucht Angst davor haben, mich etwas zu diesem Thema zu fragen. Aber es ist auf jeden Fall generell ein sehr schwieriges Thema. 



Wieso ist dir das wichtig, dass so viele Menschen deine Geschichte kennen? 

A: Ich hoffe, dass es vielleicht der einen oder anderen Frau mal helfen kann, bei der Geburt mehr auf das eigene Bauchgefühl oder auf den Mutterinstinkt zu hören... Maschinen können keinen Mutterinstinkt ersetzen, glaube ich...
 
Könnte ich die Zeit zurück drehen, hätte ich mich mehr auf die Beine gestellt und hätte, so stur wie ich eigentlich im "normalen Leben" bin, darauf bestanden, dass die Hebammen oder Ärzte etwas unternehmen und genauer schauen oder eben einen Kaiserschnitt machen, wenn das Fruchtwasser grün ist...so wie wir es eben eigentlich im Kurs gelernt haben.....
Ich würde nicht noch einmal so "blind" vertrauen, obwohl ich mir eigentlich sicher war, dass was nicht stimmt...

Und irgendwie ist es, glaube ich, gar nicht so schlecht, wenn man sich besser vorbereiten kann, auch auf solche Situationen.... die ich natürlich niemanden Wünsche! 




Hast du noch etwas, was du gerne dazu erzählen willst? 

A: Ja was ganz Wichtiges muss ich noch erzählen und zwar hat unser kleiner Held seine 4 Herzklappen gespendet und konnte somit anderen Babys/Kindern das Leben retten ❣️❣️❣️
Das macht das Ganze echt erträglicher ❤️ 
Wir wären sehr froh gewesen, wenn eine Organspende Samuel geholfen hätte 💙

Ich hoffe, dass wir irgendwann erfahren, welche Babys oder Kinder diese Herzklappen erhalten haben ❣️

Bitte entscheidet euch Alle FÜR eine Organspende, wenn ihr mal in so eine Situation kommen solltet ❣️


Hier Information zum Thema Organspende. Es ist so unfassbar wichtig!


Hier könnt ihr Sie finden: Facebook und Instagram

Scheut euch nicht sie zu fragen, falls ihr noch weitere Informationen wollt. 

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